Röm 8 – Höhepunkt paulinischer Eschatologie

H.R.Balz

In Röm 8,12ff geht es Paulus um die Realität des neuen Lebens der Glaubenden, das der Macht der Sünde entrissen und vom Pneuma her geprägt ist, wenn es auch den Bedingungen der Sarx noch nicht entnommen ist. Der Gott, der die Glaubenden durch den Geist zu seinen Kindern macht (Abba-Ruf 8,15), der kann für sie nur die Zukunft der Vollendung und Herrlichkeit bereithalten, die er in der Auferweckung Jesu bereits offenbar gemacht hat (Röm 1,3f; 8,17). Die ersten Vv von Röm 8 werden durch den Gegensatz Sarx-Pneuma bestimmt. Wer in der Gemeinde mit den Worten Jesu ‚Abba‘ rufen kann und sich so – wie Jesus – Gott ganz in die Hand geben kann, der steht in der Wirklichkeit des neuen Lebens, weil er in die Wirklichkeit Christi hineingenommen ist (8,16f). Er wird wie Christus an der Sarx leiden und wie er auch an der Herrlichkeit teilhaben. Das Wissen um das Heil in der Erfahrung des Geistes hat Paulus dem verlorenen Ich entgegenzusetzen und damit die Gewissheit um die unverlierbare Zukunft Gottes für die Glaubenden. Der Geist der Glaubenden ist inneres Gut und außerpersönliches Gegenüber (31f).

V 17: Leiden ‚mit‘ Christus hat auch das Verherrlichtwerden ‚mit‘ ihm zur Folge. Röm 8,18ff will auf die Frage antworten: Welchen Sinn hat es, von der künftigen Herrlichkeit der Glaubenden zu reden, wo sie doch in ihrer jetzigen Existenz unter den Bedingungen dieser heillosen Welt zu leiden haben? Die Leiden stellen die künftige Herrlichkeit nicht in Frage, sondern weisen für die Glaubenden auf die noch ausstehende Erfüllung ihres Heils erst hin (33).

Paulus geht von der eschatologischen Heilsgewißheit aus. Zugleich vermag er diese Heilsgewißheit zu stützen durch seine spezifischen Aussagen über die Schöpfung, über die Glaubenden und über den Geist (35).