10. Postmortale himmlische Christusgemeinschaft

1. Jenseitseschatologie – Individuelle Eschatologie
(1) Die Zukunftserwartung des vierten Evangeliums (Jh 14,2f;17,24)
Anhang: Entapokalyptisierte individuelle Eschatologie – das johanneische Zeugnis

Die himmlischen Wohnungen (Joh 14,2f) (s. Text 5)
(2) Die himmlische Heimat im Hebräerbrief
DIe Umformung des Parusiegedankens im Hebräerbrief (s. Text 7)
(3) Der Glaubende erreicht das Ziel der Christusgemeinschaft bereits im Tod
Paulus' christologische Eschatologie

(4) Individuelle Eschatologie des Neuen Testaments
Anhang: Unser Sieg über den Tod: Auferstehung?
(5) Was dürfen wir hoffen angesichts des Todes und angesichts der geschichtlichen Wirklichkeit?
(6) Unsere Hoffnung ist allein Christus

(7) Die wahre Welt des vollen Heils ist bei Gott, im Himmel vorhanden
(8) Hoffnung auf die jenseitige Welt in Gesangbuchliedern

2. Zur Unsterblichkeit der Seele
Die Seele ist unsterblich und einzig, weil sie der Teil ist, in den Gott den Geist gegeben hat
(1) Jenseits des Todes - Unsterblichkeit der Seele
(2) Die Seele des Menschen und die Hoffnung der Christen
(3) Die biblische Lehre von der Unsterblichkeit der Seele

Die Umformung des Parusiegedankens im Hebräerbrief (s. Text 5)

3. Eine neue/erneuerte Erde ist mit unserer naturwissenschaftlichen Erkenntnis unvereinbar
Das apokalyptische Gemälde der Auferweckung der Toten und der Entrückung bei der Parusie des Herrn entfällt
Abschied vom Weltbild der Apokalyptik
(1) Die Problematik der eschatologischen Glaubensvorstellungen
(2) Notwendige Neuinterpretation der Eschatologie
(3) Die Befreiung vom Weltbild der Apokalyptik
(4) Weltuntergang - Kosmische Endereignisse?

(5) Zur Frage der Wiederkunft Christi
(6) Oster- und Parusiefrömmigkeit im Neuen Testament
(7) Die Parusie ist kein Ereignis in Raum und Zeit
(8) Das Problem der Parusieverzögerung in den synoptischen Evangelien und in der Apostelgeschichte

Literatur

Solus Christus u n d der Glaube an das apokalyptische Weltbild im 21. Jh.?

Wiederkunft Jesu?

Die Vorstellung von der Wiederkunft Jesu ist abhängig von der Vorstellung der Auferstehung der Toten auf einer neuen/erneuerten Erde. Nach diesem Vorstellungsmodell muss Jesus wiederkommen, andernfalls wäre die Trennung von Christus ewig. Eine neue/erneuerte Erde ist mit unserem naturwissenschaftlichen Weltbild unvereinbar. Jesus kommt ‚wieder‘, wenn wir bei ihm ‚ankommen‘ (K. Rahner)

Das Ende der Erdgeschichte (E. Hirsch, 1963): Dem Glauben an Gott ist es gewiss, dass wir durch den Tod dem Geheimnis Gottes entgegengehen. Dies aber ist ein Glaube, der sich für uns in jeder Hinsicht von den Vorstellungen über die Erdgeschichte und die Geschichte des Kosmos gelöst hat (392).

Das Menschengeschlecht wird ebenso vergehen, wie ehedem die Saurier vergangen sind. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist es mit dem Menschen und der Menschengeschichte schon längst zu Ende gegangen, ehe die Erde aufgehört hat möglicher Träger organischen Lebens zu sein. Der Kosmos würde deshalb, weil die Menschheit ausstürbe, nicht ins Wanken und Wackeln geraten. Die Sache wäre etwa ebenso wichtig für ihn, wie die Zerstörung eines Ameisenhaufens für die Geschichte der Erde (394).

Unangefochten und ewig wahr bleibt dem Glauben die eine Aussage, dass der Tod für einen jeden von uns Gottesbegegnung ist. Alle Bilder und Gedanken der ntl Eschatologie sonst sind für uns Märchen und Mythos geworden. Das Ende unserer Welt ist für uns nicht mehr ein den ganzen Kosmos Betreffendes, sondern das unbestimmte 'Irgendwanneinmal' eines zwerghaften kosmischen Teilereignisses (395).

Postmortale himmlische Christusgemeinschaft – individuelle Eschatologie

Die jenseitige Welt des Himmels – der gedachte Ort des postmortalen Lebens

Hellenistische Eschatologie: Postmortales Sein der Glaubenden in der jenseitigen Herrlichkeit unmittelbar nach dem Tod. Das eschatologische Heil wird abgelöst durch ein Heil, das sich durch den Tod hindurch verwirklicht. Der Tod tritt an die Stelle des Jüngsten Tages.

Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden“ (Mk 12,27parr)
Die Toten sind „wie die Engel im Himmel“ (Mk 12,25parr)