3. A. Paulus in Gefangenschaft - B. Zum Epheserbrief

A. Paulus in Gefangenschaft

Paulus in Gefangenschaft in Philippi (Apg 16,23ff)
Paulus in Gefangenschaft in Ephesus (2Kor 1,8f, Phil 1,12ff)

1. Paulus in Gefangenschaft in Caesarea
Zum Kolosserbrief
Der älteste, schriftlich überlieferte Streit zwischen dem frühen Christentum und der hellenistischen Kosmologie
(1) Zum Hymnus (1,15-20)
(2) Paulinische Argumentation
(3) Die Briefmitte: Lehre und Mahnung angesichts der Häresie (2,6-23)

2. Paulus in Gefangenschaft in Rom
Zum zweiten Timotheusbrief
(1) Die Abfassungssituation
(2) Der gute Kampf des Glaubens
(3) 2Timothy

B. Zum Epheserbrief
1. Der neue Tempel aus Juden- und Heidenchristen (2,21)
(1) A New Creation
(2) Jew and Gentile as one people of God on the basis of Christ and the Spirit

(3) Messianische Juden- und Heidenchristen - Einheit in Verschiedenheit (2,11-22)
(4) Gottes Handeln in Christus vor Grundlegung der Welt (Eph 1,4f)

2. Die Ekklesia als der Leib Christi in den Paulusbriefen
(1) Einleitung
(2) Juden und Griechen

(3) Der Leibgedanke und der jüdische Proselytismus
(4) Das Haupt und die Glieder
(5) Zusammenfassung

Literatur

1. Paulus in Gefangenschaft in Caesarea

Zum Kolosserbrief
Der älteste, schriftlich überlieferte Streit zwischen dem frühen Christentum und der hellenistischen Kosmologie
(1) Zum Hymnus (1,15-20)
(2) Paulinische Argumentation
(3) Die Briefmitte: Lehre und Mahnung angesichts der Häresie (2,6-23)

J. Lähnemann

der Briefschreiber, Verfasser  =  'Pls'

(1) Zum Hymnus (1,15-20)

1. (15) „Er (Christus) ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der Schöpfung. (16) Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; alles ist durch ihn und zu ihm geschaffen.

Zwischenstrophe: (17) Und er ist vor allem und alles besteht in ihm. (18a) Und er ist das Haupt des Leibes (nämlich der Gemeinde).

2. (18b) Er ist der Anfang, der Erstgeborene aus den Toten (damit er in allem der Erste sei). (19) Denn es hat Gott wohlgefallen, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte (20) und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden und im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz“.

Es ist anzunehmen, dass 'Pls' selbst dem Hymnus einen 'Introitus' vorangestellt hat (1,13): „Er hat uns errettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes, (14) in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden“.

In Kol 2,9f sind die Inhalte aus dem Hymnus aufgenommen: Von „Mächten und Gewalten“ ist die Rede, vom „Haupt und Leib“ und von der Einwohnung des Pleroma in Christus. Von den Mächten und Gewalten, die in Christus und auf ihn hin geschaffen sind (1,16) wird gesagt, dass Christus ihr Haupt (und damit ihr Herrscher) ist (2,10). Die Wendung von der 'Einwohnung des Pleroma' wird in einem Nachsatz für die Leser aktualisiert: „ihr seid in ihm erfüllt“ (2,9f) (35).

Die Einleitung der ersten (1,15f) und der zweiten (1,18b f) Strophe des Hymnus ist parallel. Es entsprechen sich jeweils drei Aussagen:

a. „er ist das Bild“ - „er ist der Anfang“ ;

b. „Erstgeborener aller Schöpfung“ - „Erstgeborener aus den Toten“;

c. „denn in ihm ist alles geschaffen“ - „denn es hat Gott wohlgefallen, dass in ihm alle Fülle wohnen sollte“.

Die Parallelität wird gestört durch einen Einwurf des 'Pls': „damit er in allem der Erste sei“ (1,18b). Während der Hymnus Christus als Mittler der Schöpfung und der Erlösung beschreibt, will 'Pls' darüber hinaus Christi Herrschaft in allen Bereichen aussagen (36).

Der ganz auf das 'Kosmische' ausgerichtete Hymnus wird um einen Ausdruck erweitert, der die Geschichte der Gläubigen betrifft. Indem 'Pls' zu der Wendung „dieser ist das Haupt des Leibes“ (1,18a) das „der Gemeinde“ hinzufügt, macht er sich den Haupt-Leib-Gedanken in neuer Weise nutzbar: den 'Haupt'-Gedanken nimmt er auf, um Christi Herrschaftsstellung über die „Mächte und Gewalten“ dazutun (2,10), den Leib-Gedanken, um damit den Ort der Gemeinde zu kennzeichnen (1,24). 2,19 (der Irrlehrer „hält sich nicht an das Haupt, von dem her der ganze Leib durch Gelenke und Bänder gestützt und zusammengehalten wird und wächst durch Gottes Wirken“) vereint beide Auslegungen (polemisch gegen die Irrlehrer, positiv für die Gemeinde) (37).

Die zweite Strophe des Hymnus enthält das urchristliche Kerygma: Christus ist „der Erstgeborene aus den Toten“. Dieses Kerygma führte zu der Aussage, dass das All versöhnt ist „durch sein Kreuzesblut“. Die Versöhnung des Alls ließ folgern, dass Christus auch als Mittler der Schöpfung und als ihr Erhalter zu begreifen ist. Deshalb nahm die Gemeinde die Schöpfungsvorstellungen, wie sie das hellenistische Judentum bot, in den Dienst, um Christus damit zu preisen. Folgende Aussagen über Christus lassen sich herausstellen:

in ihm“ allein ist die 'Weisheit' Gottes als sein Abbild und als der Erstling der Schöpfung Fleisch geworden;

in ihm“ erkennt der Gläubige Gott als den Erhalter der Welt, als das „Haupt“ des allumfassenden „Leibes“.

in ihm“ nahm das ganze Pleroma Wohnung, um durch ihn das All zu versöhnen „auf ihn hin“ (41f).

Die erste Strophe des Hymnus (1,15f) sagt im vorbrieflichen Zusammenhang, dass Christus der Erstling und Anführer der Schöpfung ist; denn in ihm wurde alles geschaffen. Die zweite Strophe (1,18b f) sagt, dass Christus der Erstling und Anführer der Erlösung ist, denn er repräsentiert das Pleroma. Im Kol wird aus der Anführerschaft in der Schöpfung die Vorherrschaft über alle Mächte und Gewalten, an der die Gemeinde Teil hat. Aus der Anführerschaft in der Befriedung des Kosmos wird die Erledigung kosmischer Zwingherrschaft. Der Hymnus wird 'Pls' aus Gemeinden hellenistisch-judenchristlicher Prägung bekannt geworden sein. In Kolossae war er noch nicht in Gebrauch, denn im Hymnus ist das Problem der kosmischen Mächte bewältigt, in der (heidenchristlichen) kolossischen Gemeinde aber noch nicht (42).

Die Anwendung des Hymnus (1,21-23): Hier wird der Inhalt des Hymnus für die Gläubigen aktualisiert: Anstelle des Pleroma ist es nun Christus, der die Versöhnung wirkt. Was im Hymnus als zeitloses Geschehen beschrieben wird, das haben die Gläubigen bereits. Die kosmische Weite des Christusgeschehens, wie sie im Hymnus entfaltet wurde, wird auf das aller Welt geltende Evangelium bezogen. Die Gläubigen sind durch die Teilhabe an der Christusversöhnung gleichsam der kosmischen Versöhnung voraus. Den Lesern wird das 'schon' des Heils deutlich vor Augen geführt (2,11.12.13.20). Die Versöhnung betrifft das Denken (1,21) und die Lebensführung (1,22) der Gläubigen. Das wird der 'Philosophie' und der besonderen Ethik der Gegner entgegengestellt (43).

In 1,9-11 war als Ziel der Fürbitte noch ganz allgemein angegeben, dass die Kolosser erfüllt werden möchten mit der Erkenntnis des Willens Gottes, würdig des Herrn zu wandeln. Das „Christus hat versöhnt“ (1,22) folgert in 1,23, dass die Kolosser im Glauben gegründet und fest bleiben sollen, um sich nicht abbringen zu lassen von der Hoffnung des Evangeliums. In 2,7 heißt es, die Kolosser sollen eingewurzelt und auferbaut in Christus sein. Das Ziel ist das Wachstum der Gläubigen in der Erkenntnis Gottes (1,9-11). Der Hymnus enthält (nach den überleitenden Versen 12-14) eine erste Belehrung über den kosmischen Rang Christi. In der Anwendung wird die Folgerung ausgesprochen, dass die Gläubigen als in Christus Versöhnte dem Kosmos voraus sind (43f).

                   

(2) Paulinische Argumentation

Im Kol hat eine neue Problemlage innerhalb des Urchristentums ihren Niederschlag gefunden; es geht um die erste bewusste Auseinandersetzung des Christentums mit einer Mysterienreligion und deren Weltanschauung (155).

Die Vorstellung vom Mitsterben und Mitauferstehen: 'Pls' stellt gegenüber: „mitbegraben – miterweckt“ (2,12); „tot – mit lebendig gemacht“ (2,13). Das Gewicht fällt ganz der Gültigkeit des „miterweckt“ zu, das im Kontext schon durch das „erfüllt“ (2,10) und das „beschnitten“ (2,11) vorbereitet ist. Es geht darum, dass die Leser die Reichweite des „neuen Lebens“ und die Ungültigkeit des „Schuldscheins mit den Satzungen“ erkennen (2,14) (158).

Die Häresien in Korinth und Kolossae hatten einen grundverschiedenen Charakter. Handelte es sich in Korinth um einen Libertinismus, so warb man in Kolossae für eine rigoristische Religion. In Kolossae wurde bezweifelt, dass die Gnade Christi den Menschen, der den Schicksalskräften des Kosmos unterworfen war, ganz erlösen könne (160).

Die Gegnerschaft ist in ihren weltanschaulichen Bezügen deutlich erkannt. Hätte 'Pls' die Gültigkeit des neuen Lebens eingegrenzt, so hätten sich die Gegner bestätigt gefühlt, die auf einem 'noch-nicht' der Schicksalserlösung aufbauten und damit die Unvollständigkeit des Christusglaubens erweisen wollten. Sie mussten in ihrem Anspruch getroffen werden von der Zusage an die Gläubigen: „in ihm (Christus) seid auch ihr miterweckt“. 'Pls' will die Leser zu der Erkenntnis führen, dass das Christ-Werden für ihr Leben eine solche Verwandlung bedeutet, als hätten sie die Grenze des Todes überschritten (161).

Andererseits wehrt 'Pls' der Gefahr, aus dieser Zusage einen objektiven Heilsbesitz abzuleiten, indem er das „miterweckt“ im Glauben an die wirkende Macht Gottes verankert („der Christus auferweckt hat von den Toten“ 2,12). In der Vorstellung von der Erweckung mit Christus wird der Aufruf zur unablässigen Ausrichtung auf Christus begründet (3,1f). Das neue Leben ist nur verborgen im Wandel der Gläubigen da und doch ist es das „den Heiligen“ offenbarte Mysterium, das in der Völkermission wirksam werden soll; Christus ist sein Bürge (1,26-28;  2,2;  3,3f) (161).

Die Argumentation trägt deutlich pln Charakter. Die Leser werden in 'Pls' Denkweise hineingezogen, indem er zeigt, was sie mit ihm verbindet (2,1-5). Dieser dialogische Umgangsstil, durch den die Gemeinde nicht belehrend untergeordnet, sondern zur Erkenntnis und Initiative aufgerufen wird, lässt den Ausgangspunk für die Verkündung des Kol sichtbar werden: es ist das völlige 'Ergriffensein' von Gott, der in der Geschichte Christi den Gläubigen eine neue Geschichte schuf. Sie haben Tod und Leben Christi als die Umwandlung ihres Lebens erfahren, und da Christus Bürge ihres Heils ist, sind sie nun in der Gemeinde frei für ihr irdisches Leben und für eine nicht berechnende Solidarität (165).

Die Vorstellung vom Geheimnis: In Kolossae war das Mysterium nur mittels Demütigung und Askese zugänglich. 'Pls' hebt darum das „offenbart“ stark hervor. Das Geheimnis Gottes ist „seinen Heiligen“ kundgetan, denn dieses Mysterium soll gerade unter den Völkern wirken (1,27). Im Gegensatz zur 'Philosophie' ist es einzig auf Christus bezogen (2,2f). Das Geheimnis besteht darin, dass Christus in den Gläubigen wirkt (1,27), indem der Apostel in Ermahnung und Lehre Christus verkündigt (1,28) und indem die Kolosser „in ihm“ (Christus) wandeln (2,6). Das Geheimnis ist kultisch unverfügbar; es gewinnt für den Gläubigen sichtbar im Aufbau der Gemeinde Gestalt (168).

Im Kol handelt es sich darum, der falschen 'Weisheit' die wahre entgegenzustellen. In Auseinandersetzung mit der gegnerischen Position wird im Kol so offen von den Möglichkeiten der christlichen Erkenntnis gesprochen, die der ganzen Gemeinde zur Aufgabe gestellt ist (3,16). Sie besteht im Wachstum aus dem Anfang heraus (1,9f) und richtet sich auf das eine Geheimnis Gottes, das in Christus offenbar geworden ist (1,26f;  2,2f). Durch ihn sind die dem Gegner heiligen Mächte als entthront zur Schau gestellt (2,15). Da bei den 'Philosophen' die Weisheit in die Gleise eines Sonderkultes gesperrt wird, muss 'Pls' die allen zugängliche und allen helfende Erkenntnis positiv darlegen (169f).

Für Paulus ist die Freiheit von Gesetzen, die zur Erlangung des Heils abverlangt werden, ein entscheidendes Element christlicher Existenz. In Kolossae gaben sich diejenigen als 'Philosophen' (als die 'Starken') aus, die sich an die von den kosmischen Mächten geforderten Satzungen hielten. Deswegen ist im Kol gerade auch den 'Schwächeren' in der Gemeinde nichts als die Freiheit zu verkünden, die in Christus gegeben ist (2,13-23). Der ethische Impuls ergibt sich dann gerade aus der Loslösung von den knechtenden Verpflichtungen (2,20ff;  3,1ff) (171).

Wenn im Kol der Traditionsgedanke betont wird (2,6), so ist das durch das Gegenüber gefordert. 'Tradition' ist für 'Pls' nichts kultisch Festlegbares, sondern die Kraft zum weiteren Wachstum, die vom Anfang her in der Gemeinde wirkt (2,7). An Jesus allein orientiert können die Gläubigen den Streit mit den 'Philosophen' ausfechten (2,6-15) (171).

Gegenüber der Praxis der 'Philosophen', deren Haupteinsatz (in Askese und Kult) den Weltelementen gilt, wird der ganzheitliche Einsatz des Apostels für die Verkündung Christi dargestellt: Christus ist der einzige Inhalt der Predigt (1,27f;  2,2); in ihm ist alle Weisheit und Erkenntnis zu finden, die die Gegner anderswo suchen. Der Apostel braucht dazu seinen Leib nicht zu knechten (2,23), sondern die bei ihm tatsächlich (durch seine Fesseln 4,18) vorhandenen Leiden sind ihm ein Freudenzeichen dafür, dass er auch mit seinem (von den Gegnern verachteten) Fleisch der Gemeinde (als dem Leib Christi) dienen kann. Gerade auf diesem Weg erfüllt er den „Mangel“, den die Gegner bei Christus voraussetzen, wenn sie sich den „Mächten und Gewalten“ unterwerfen. 'Pls' hat ein Mysterium zu bringen, das allen Gläubigen offenbart ist (1,26) (172).

Die Gemeinde als der Leib Christi: die Vorstellung von Christus als Haupt der Schöpfung entnahm 'Pls' dem Hymnus (1,15-20) und formte sie um zu einer neuen Aussage über die Gemeinde. In Kolossae drohte eine Überfremdung  des Glaubens durch die von außen herangetragene Sondererkenntnis. Der Irrlehrer hält sich nicht an Christus als das Haupt (2,19), da es für ihn nicht ein Haupt, sondern die Fülle der göttlichen Kräfte gibt. Darum liegt in Bezug auf den Leib der Ton auf der Einzigkeit seiner Bestimmung vom Haupt Christus her, auf der Ganzheit der Gottesfülle, die in ihm gegenwärtig ist (2,9) und auf der Einheitlichkeit seines Wachstums (2,19). Da in der Gemeinde alle von Christus her leben, sind alle aufeinander gewiesen. Christus beruft alle, nicht nur die zu besonderer Weisheit oder Leistung Befähigten (173f).

Nur aufgrund der Kenntnis der Situation der kolossischen Gemeinde lassen sich die Neuheiten und Einseitigkeiten des Kol verstehen: die Hoffnung der Christen liegt nicht bei irgendwelchen Zwischenmächten, sondern „oben“, in Christus, zur Rechten Gottes (3,1). Die Ausrichtung auf dieses 'ganz oben' befreit die Gläubigen, ganz irdisch den neuen Menschen „anzuziehen“. 'Pls' argumentiert von dem geschichtlich verankerten „mit Christus erweckt“ aus. Das theologische Zentrum ist die von den Gläubigen erfahrene und in Jesu Tod sichtbar gewordene Versöhnung (die Erlösung aus der Gottesferne, die sich in der Preisgabe an die heidnischen Laster darstellte), die Freiheit für die irdische Erfüllung der Agape (174f).

Die gesamte Argumentation im Kol – die Unmittelbarkeit der Anrede, das Engagement, mit dem der Verfasser sich und die Leser vor die Erkenntnis des Willens Gottes stellt, die geschichtliche Verwandlung der überkommenen Bilder und die unautoritär sachliche Redeweise – weist auf Paulus als Verfasser. Der Kol ist seiner Theologie nach ein echter Paulusbrief. Die Inhalte des Kol sind gerade in ihrer Neuartigkeit paulinisch (176f).

Das geistige Ringen mit der Erkenntnisreligion in Kolossae ist so deutlich geworden, dass der Brief im Rahmen ntl Verkündigung ein sehr eigenständiges Zeugnis darstellt. Christus wird nicht als kosmische Über-Figur, sondern als in der Gemeinde wirkend sichtbar. Die Gemeinde aber erkennt sich als der den Kosmos (= der Weltkreis der Völker) geschichtlich durchdringende Leib Christi (182).

L.M.: Paulus ist m.E. der Verfasser des Kol. Er könnte den Brief in der Gefangenschaft in Cäsarea vor seiner Berufung auf den Kaiser (Apg 25,10f) geschrieben haben. Die Quartiersbitte Phlm 22 ist von Cäsarea aus verständlich. Kol und Phlm sind gleichzeitig geschrieben und von Tychikus und Onesimus überbracht worden (4,9) (vor dem verheerenden Erdbeben im Lykostal zur Zeit Neros, gest. 68) (181).