3.14 Apg 28,1-10: Paulus auf Malta

Die Erzählung von den Ereignissen nach der Landung und vom Aufenthalt auf Malta verbindet Lukas mit Wundergeschichten: Bei der Szene am Feuer steht Paulus allein im Vordergrund. Dass der Centurio nicht mehr genannt wird, ist dadurch bedingt, dass Lukas von nun an bis zum Schluss des Buches die Gefangenschaft des Paulus möglichst zurücktreten lässt. Weil Paulus selbst Reisig für das Feuer sammelt, kommt es zu jenem Zwischenfall mit der Schlange, deren giftiger Biss Paulus nicht schadet. Zunächst halten die Malteser Paulus für einen von der Gottheit verfolgten Mörder, dann für einen Gott. Dass die Geschichte mit dem triumphierenden Satz schließt: “sie sagten, er sei ein Gott”, ist heidnisch empfunden, nicht christlich. Es ist für Lukas bezeichnend, wie ungebrochen er Paulus als einen Wundertäter schildern kann (638f).

In der zweiten Szene hat der Erzähler nur Augen für Paulus, der den fiebernden Vater des hohen Beamten durch Handauflegung und Gebet heilt und danach noch alle Kranken der Insel. Lukas sagt nichts von einer Verkündigung des Evangeliums. Für ihn ist einzig die Fülle der Wunderheilungen wichtig, die Paulus vollbringt. Paulus wirkt bei alledem nicht mehr wie ein Gefangener, sondern nur wie ein mächtiger Wundermann, der rings um sich Segen verbreitet (640).